Kunststrafrecht: Münzdiebstahl in Manching

In den vergangenen Tagen kam es zu einem Diebstahl keltischer Münzen aus einem Archäologiemuseum in Manching. Gold ist nach wie vor ein begehrtes Diebstahlsobjekt. Die Erinnerung an die gestohlene Goldmünze aus dem Berliner Bode Museum, die 100 Kilo schwere Goldmünze „Big Maple Leaf“, drängt sich auf. Der Goldwert lag über 3,5 Millionen Euro. Eine bodenlose Frechheit.

Keltenschatz von Manching – Goldwert und Kultureller Wert

451 keltische Münzen sind nun auch vorerst verschollen. Der Goldwert liegt bei diesen zwar deutlich unter dem der Münze aus dem Bode-Museum. Der Verlust des kulturellen Wertes, der den Münzen beigemessen wird und für die Archäologie einen unschätzbaren Wert hat, wiegt umso höher als das bloße Gewicht. Gold hatte in der Geschichte der Menschheit immer wieder eine zentrale Bedeutung: Das Goldene Kalb im Alten Testament, die Geschenke der Weisen aus dem Morgenland im Neuen Testament, die Goldfunde in Amerika bis hin zum Goldrausch im vorletzten Jahrhundert.

Für Manching ist es eine andere. Real: Es handelt sich um ein greifbares Zeugnis für die regionale Geschichte. Der Goldfund dokumentiert die Bedeutung der Gegend in der Keltenzeit. Zeugnis eines keltischen Oppidums, einer befestigten Siedlung. Es ist anzunehmen, dass sich am Fundort eine große Keltensiedlung befand, in der Handel betrieben wurde und bescheidener Wohlstand herrschte. Alle Rätsel um den Kelten-Schatz sind noch nicht gelöst.

Der neue Goldstandard für Diebe: Vorliebe für Metalle der 1. Nebengruppe

Früher war Gold das Metall der Könige, heute das der Diebe. Eine abgekupferte Vorliebe. Alchemisten gibt es auch unter Dieben keine. Viele haben es auch bestimmt gar nicht erst versucht.

Hier zeigt sich wieder ganz klar: Kunstkriminalität ist oftmals nicht wie in Filmen ein Verbrecher mit luzidem Geist, oder wie in dem Filmklassiker „Über den Dächern von Nizza“ von geschickter Methode der Katze. Es ist immer wieder, wie im Bode-Museum, wie im Grünen Gewölbe, schlichtweg rohe Gewalt. In Manching dauerte das Ganze nicht mal 10 Minuten. Und nicht alle Diebesleut sind so goldig wie Cary Grant und Grace Kelly oder so gerissen und schlau wie Auric Goldfinger, der sich sogar an Fort Knox versuchte. Museen sind – offenbar – leider bei weitem nicht so gut gesichert.

Ausblick: Keine goldenen Zeiten

Seltene Münzen lassen sich schwerlich auf dem Kunstmarkt verkaufen und auch nicht im Internet verscherbeln. Bei Gold besteht immer die große Gefahr des Einschmelzens. Je nach Besonderheit des Goldes, Verschmutzung und Reinheitsgrad ist es mitunter leicht, die Spuren zu verwischen. Goldwaschen ist von gestern, heute wird erst geschmolzen und im Anschluss das Geld gewaschen. Nur selten endet bei Dieben die Suche nach dem Goldenen Vlies im steinernen Verlies


Posted

in

by

Tags:

Comments

Hinterlasse einen Kommentar