Gotta Catch’em All

Der Pokémon-Hype hält auch nach einer mittlerweile 28-jährigen
Ägide unvermindert an. Das Van-Gogh-Museum in Amsterdam ging
sogar so weit, den merkwürdigen
japanischen Wesen eine eigene Ausstellung zu widmen.


Zunächst zum eigentlichen Star des Museums: Vincent Van Gogh ist
nicht nur ein Begriff für Kunstkenner. Er ist zusammen mit Frida
Kahlo, Gustav Klimt und Claude Monet der Merchandise-Verkaufsschlager schlechthin. Obwohl die heutige Kommerzialisierung mit seinem komplexen, teilweise arkanen und kärglichen Leben nicht vereinbar ist. Doch darüber sollte woanders geschrieben werden.


Zurück zu den Poketto Monsutā (Taschenmonstern). Im Mittelpunkt
der Ausstellung stand das weltweit beliebte Pokémon: „Pikachu“.
Flauschig-Blitzig. Dieses wurde mit dem ikonographisch-typischen
Van-Gogh-Strohhut versehen – eher plump. Schon war es eine
Sensation.


So eine Sensation, dass nun vier Mitarbeiter des Museums wegen
unterschiedlicher Vergehen entlassen wurden. Der Vorwurf lautete,
dass Angestellte an der Rezeption und Wachleute potenziellen
Besuchern Insiderinformationen darüber gegeben haben sollen, wie
sie die limitierten Eintrittskarten für die Ausstellung erhalten können.
Ein anderer Mitarbeiter soll eine Schachtel mit Pokémon-Karten
unterschlagen haben, die extra für die Ausstellung angefertigt wurde.
Dabei sollen die Mitarbeiter gegen die internen Verhaltensregeln
verstoßen haben – ein Art-Compliance-Verstoß. Weitere strafrechtliche
Sanktionen stehen noch nicht in Aussicht.


Die Ausstellung war so beliebt, dass einer der Mitarbeiter berichtete:
„Es ist sogar mehr los als bei Vermeer.“ Die Ausstellung schnitt besser
ab als das „Gouden Eeuw“, aber Pikachu’s Ohr war noch dran.
Indes richtete sich das Augenmerk der Besucher nicht darauf, die
sechs Van-Gogh-x-Pokémon-Portraits zu betrachten, sondern auf
eine heiß begehrte Sonderkarte in limitierter Auflage, die an
Besucher ausgegeben wurde. Mittlerweile wird diese Karte auf eBay nicht unter 100 Euro verkauft. Die teuersten Pokémon-Karten geht für mehrere
hunderttausend Euro über den Markt, auch bei renommierten
Auktionshäusern.


Ganz im Sinne: Gotta Catch’em All

PK


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