Warhol Vice

Das Warten hat ein Ende: GTA VI wurde verfrüht veröffentlicht.

Spaß beiseite.

Wir sprechen von einem Real-Life-GTA-Charakter, keinem NPC.

Leslie Roberts, Kunsthändler aus Coconut Grove, Miami, hat gefälschte Warhols verkauft.

Jeder kennt sie: die bunten Darstellungen von Popgrößen und Suppendosen. So ausgelutscht, dass man eigentlich gar nicht mehr darüber sprechen will und kann. Natürlich sollte Warhol nicht auf diese Werke reduziert werden. Sein Œuvre ist riesig und facettenreich. Aber darum soll es hier nicht gehen.

Roberts, ein Ganove wie aus dem Bilderbuch, verkaufte gefälschte Andy-Warhol-Werke, darunter schrille Mao-Porträts, und behauptete, es handle sich um Originale.

Damit die Sache auch schön offiziell aussah, erfand er gleich die passende Provenienz dazu: Er habe die Werke direkt von der Andy Warhol Foundation erworben – entsprechende Rechnungen legte er gleich mit vor.

Blöd nur, dass auch diese gefälscht waren.

Bei den Echtheitsnachweisen wurde er ebenfalls kreativ: gefälschte Zertifikate, fingierte Unterschriften, erfundene Identifikationsnummern auf den Rückseiten der Bilder und gefälschte Stempel. Das volle Authentizitätsprogramm.

Als wäre das noch nicht genug, spannte er einen Komplizen ein, der sich als Mitarbeiter eines New Yorker Auktionshauses ausgab und die Werke ebenfalls als echt bestätigte.

Das Ergebnis: 46 Monate Haft wegen seiner Beteiligung an einer Betrugsverschwörung.

Also, liebe Action-Adventure-Produzenten:

Falls ihr noch einen kriminellen Kunsthändler für eure Story braucht: Hier habt ihr euren Mann. Gefälschte Warhols, erfundene Rechnungen, Fake-Zertifikate und ein Komplize, der den Kunstexperten spielt.

T. C. Boyle hätte es sich kaum besser ausdenken können.

In diesem Sinne: Stay tuned.

Ich verbleibe mit den besten Wünschen.

P. Karger


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